Moine
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Moine
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Mönch
Anfang 83 fuhr ich nach Palästina, um in einem Kibbuz zu arbeiten. Bin dann ein halbes Jahr geblieben, zunächst in einem Kibbuz am See Genezareth, wo ich meine Tage mit Kartoffelschälen, Bananenschleppen und sorglos sein verbrachte. Gerne erinnere ich mich an Susanne, die Dänin mit dem bayerischen Akzent. Mit ihr konnte ich als einziger so richtig Deutsch reden. Und dann war da noch Chico, mein vierbeiniger Freund, der mir verriet, wo er seine Knochen verbuddelt hatte und André, der Kanadier, mit dem ich so herrlich Französisch reden konnte, den ich aber selten richtig verstand.
Alle paar Wochen bin ich nach Jerusalem gefahren, um mir in einem Bioladen braunen Reis zu kaufen. Dort, auf dem Zionsberg, habe ich meinen Mönch kennengelernt. Ich war mit einer älteren Dame in der Altstadt unterwegs, um Kamelfiguren von 50 auf 10 Schekel runterzuhandeln (Sie: Jetzt zahlen dem armen Mann doch seinen Preis, Sie ruinieren ja sein Geschäft), als der Pater uns entdeckte und uns für Oma und Enkel hielt. Er hat mich gleich in sein Herz geschlossen (und seinen langen weißen Bart).
Nach einigen Monaten bin ich in einen Kibbuz bei Jerusalem umgezogen. Hier war ich der alleinige Herr über Betttücher, denn der Kibbuz betrieb ein Gästehaus für Besucher der Heiligen Stadt. Zwei alte Frauen halfen mir morgens ein wenig beim bügeln. Sie sprachen Jiddisch, ich antwortete auf Deutsch, und das klappte prima.
Zuvor hatte ich bereits die Bekanntschaft von einer Lehrerin in ihren Sechzigern gemacht. Sie lebte früher einmal mit ihrer Familie in Berlin. Als ich sie kennenlernte, lebte sie mit ihrem Mann, einem angesehenen Nuklearphysiker, in einem Vorort von Jerusalem und geht vielleicht abends immer noch mit dem Gewehr auf Nachbarschaftsstreife. Ihre Schwester lebte in Australien und weigert sich, Deutsch mit mir zu sprechen. Ihre anderen Verwandten sind tot, vergast von den Nazis, von denen ich zum Teil abstamme.
Ich könnte noch viel über dieses rätselhafte Land Palästina erzählen, aber das würde Bände füllen.
Monk
In the beginning of '83 I went to Palestine to work in a Kibbutz. I stayed there for half a year. First in a Kibbutz on Lake Tiberias where I spent my days carrying bananas, peeling potatoes and having no sorrow. I still remember Susanne, the danish girl with the Bavarian accent. She was the only one I could speak German with. And then there was Chico, my four-legged friend who showed me his secret hiding place for his bones. And André the Canadian who I could speak French with but whom I rarely really understood.
Every couple of weeks I went to Jerusalem to buy brown rice in a health food store. There, on Mount Zion, I met my monk. I was busy shopping with an old lady in the Old City, trying to get a better price for carved camel figures (She: Please, pay him his price, you are ruining his business). This was when the Father saw us, thinking we were granny and grandson. He immediately took me in his heart (and his long white beard too).
After a couple of months I moved to a Kibbutz near Jerusalem. Here I was the master of bedsheets, because the Kibbutz had a little guest house for visitors of the holy city. In the mornings, two old ladies helped me with the ironing. They spoke Yiddish and I answered in German and this turned out to be a good deal.
Shortly before, I had made the acquaintance of a teacher who was in her sixties. She used to live in Berlin with her family. When I met her she lived in a suburb of Jerusalem with her husband, a renowned nuclear physicist. Perhaps we will still see her patrolling her neighbourhood with the machine gun strapped over her shoulder. Her sister lived in Australia and refused to speak German with me. Her other relatives are dead, killed by the Nazis, whom I am partly decendent of.
I could write much more about this puzzling land Palestine but this would fill volumes.