Ou vice-versa…
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Ou vice-versa…
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Oder umgekehrt…
Im Herbst 1984 begann ich mein Biologiestudium an der Universität Heidelberg, welche auch in gewissen Kreisen liebevoll Ruperta Carola genant wird.
Ich weiß noch, dass ich nach jedem Semester von meinen Freunden dazu überredet werden musste, doch nicht abzubrechen, vor allem im Grundstudium. Das war in Heidelberg nämlich vollgestopft mit Grundkursen in Tiereaufschneiden (Zoologie) und Blütenblätterzählen (Botanik).
Dazu kam ein langweiliger Pflichtkurs in Physik, bei dem fast alle die Hausaufgaben bei irgendwelchen Profis abgeschrieben hatten. Ich war dabei keine Ausnahme. Und als ich bei der Zwischenprüfung in Chemie noch durchfiel, weil der Prüfer mich aufgrund eines dummen Fehlers angeschrien hatte und mein Hirn auf Standby ging, mussten meine zwei besten Freundinnen, Veronica und Waldschnepfe, besonders viel Überredungskunst walten lassen, doch nicht aufzugeben. Beim zweiten Anlauf hat dann alles bestens geklappt.
Es war aber auch schön. Ich habe gelernt, Vogelstimmen auseinanderzuhalten, und bestimmten Federtieren zuzuordnen, eine Fähigkeit, die ich heute noch gut gebrauchen kann. Außerdem durften wir damals noch Geologie als Nebenfach belegen, und da war ich als alter Kartenzeichner voll in meinem Element! Und der Kurs in Elektronenmikroskopie ist mir heute noch in bleibender, angenehmer Erinnerung.
Im Hauptstudium konnte ich mir endlich aussuchen, was ich lernen wollte und was nicht. Und als ich dann eines Tages eine Freundin in ein Labor im ZMBH (Zentrum für Molekulare Biologie) begleitete, weil sie dort etwas abgeben musste, hatte ich einen Tag später meinen ersten Job als Hiwi (Hilfswissenschaftler) bei einer Professorin, wie sie selten zu finden sind, nämlich mit Herz. Und so kam ich auf die Hydren. Die haben einen für einen, der nicht töten kann, einen unschlagbaren Vorteil: Egal wie oft man sie zerschneidet, sie wachsen immer wieder nach.
Wenn also heute eine Freundin wieder etwas wo abgeben muss, gehe ich immer mit, denn wer weiß, vielleicht wartet dort eine andere Chance auf mich.
Or vice versa…
In the Fall of1984 I started to study biology at the University of Heidelberg, also known as Ruperta Carola.
I remember how, at the end of each semester, my friends did their best to convince me not to give up. That was especially true during the first four semesters which in Heidelberg was overburdened with dissecting animals (zoology) and counting stamina (botany).
To top it all, there was this boring mandatory physics class where almost everyone copied the homework from the few nerds. I was no exception. And when, during the oral exam in chemistry, the professor started shouting at me and my brain went on stand-by and I failed, my two best friends, Veronica and Waldschnepfe, needed to use all their magic to convince me not to to jump off the bridge. The second time round, everything went just fine.
Nevertheless, there had been moments of beauty. I learnt how to distinguish birds by their songs, a skill that has proven to be useful to this very day. And in those days, we were allowed tto minor in geology. Since I love to draw maps, I was in a cartographer's heaven! And then there was the electron microscopy class which I will always keep in good memory.
During the last 6 semesters I was free to choose the classes I wanted to study. What a relief! And then came the day when I accompanied a friend of mine to the ZMBH (Centre for Molecular Biology). She needed to drop off something and I happened to be offered my first job as a lab helper in the laboratory of a professor with a very rare trait: she has a big heart. And this is how I ended up with the hydras. For somebody who cannot kill, these animals have a major advantage over other lab animals: No matter how often you chop off their heads, they will always regrow.
Today, if a friend needs to drop off something somewhere, I will always go with her. For, who knows, perhaps there is another chance waiting for me.